Gastgeber für das Sonderklassenwochenende am 12.-13. Juni war dieses Jahr der HSK, der wie gewohnt für eine reibungslose Organisation und gute Verköstigung sorgte. Vielen Dank!
Wir gingen mit zwei Teams an den Start, einem in der U12 und einem in der U16. Nach den letzten beiden fetten Jahren mit Teilnahmen an den Norddeutschen sowie Deutschen Vereinsmeisterschaften war die Erwartungshaltung entsprechend hoch.
Obwohl beide Teams sehr gutes Schach zeigen sollten, stand das Wochenende für uns unter einem etwas unglücklichen Stern. So mussten wir in der U16 sehr kurzfristig die krankheitsbedingten Ausfälle von Matheo und Magnus hinnehmen und konnten zwei von drei Matches nur zu dritt spielen. Trotzdem kämpften Levi, Rafael und Simon sehr bravourös gegen den übermächtigen HSK und konnte den Mitkonkurrenten um die Qualifikation zur Norddeutschen Meisterschaft, Blankenese, sogar in Unterzahl besiegen. Hier wurden wir nun allerdings zum ersten Mal Opfer der zwar gut gemeinten, aber die sportliche Wertung mitunter auf den Kopf stellenden 3:1-Regel (3 Punkte für einen Sieg, 1 Punkt für jedes besetzte Brett). Was bei normaler Zählung ein 2,5:1,5 wäre, wurde in ein 8:7 transformiert, was uns nur einen statt zwei Mannschaftspunkten gab,
In Runde 3 war Magnus wieder einsatzbereit und trug zum klaren Sieg gegen SKJE bei. Doch schlug die gefürchtete 3:1-Regel nun ein zweites Mal zu, weil der HSK gegen Blankenese nur zu dritt spielte (was den Wettbewerb per se schon verzerrte) und das Ergebnis statt 2:2 mit 8:7 für Blankenese gewertet wurde. Während bei rein sportlicher Betrachtung unsere Mannschaft mit vier Punkten klarer Zweiter gewesen wäre (und Blankenese ganze zwei Punkte weniger gehabt hätte), hatten nach 3:1-Regel beide Mannschaften drei Punkte und Blankenese lag nach Brettpunkten vorne. Wir hoffen, dass der besondere Turnierverlauf bei unserem Freiplatzantrag berücksichtigt wird.
Unsere U12-Mannschaft war zum Glück vollzählig und auch sonst bestens aufgelegt. Ove, Luan, Eli und Christophe spielten sehr geduldig und konzentriert und waren von dem klaren Auftaktsieg gegen Blankenese selbst ein bisschen überrascht. Und dabei hatte Luan sogar einen ganzen Punkt im Endspiel durch das Übersehen eines Turmspießes verschenkt.
In Runde 2 gegen den großen HSK ging es mit dem gleichen Schwung weiter. Luan und Christophe nahmen ihre ca. 500 (!) DWZ-Punkte stärkeren Gegner lehrbuchmäßig auseinander und erlangten klare Gewinnstellungen. Auch Oves und Elis Stellungen waren vielversprechend, sodass eine faustdicke Sensation in der Luft lag.
Hier zeigte sich nun allerdings, dass unseren Spielern noch ein Quäntchen Abgebrühtheit fehlt und die HSK-Spieler große Kämpfer sind, die auch in klaren Verluststellungen noch nach Chancen suchen. So bastelte Luans Gegner eine diabolische (und sehenswerte) Patt-Falle, die ihm in letzter Sekunde noch ein Remis rettete, und Christophes Gegner holte sich im Springer-Endspiel mit drei Minusbauern nach einigen Unachtsamkeiten Christophes zwei wieder zurück. Christophe kämpfte zwar noch weiter und lehnte zwei Mal Remis ab, die Stellung war nun aber nicht mehr zu gewinnen.
Leider schlug das Unglück nun auch bei Eli ein, der erst seinen Vorteil vergab und dann eine Remisfortsetzung im Endspiel verpasste. Damit hatte Ove die undankbare Aufgabe, in seinem Remis-Endspiel “all in” zu gehen (was er, sehr mannschaftsdienlich, auch tat). Wie es so oft passiert, überreizte er dabei und musste am Ende ebenfalls die Waffen strecken. Damit hatten wir das vorggenommene Endpsiel um Platz 1, das zwischendurch nach einem deutlichen 3:1 für uns aussah, mit 1:3 verloren. Bitter!
Zum Glück ließ sich die Mannschaft aber nicht entmutigen und gewann die Runden 3 und 4 klar. Besonders erfreulich war, dass der bisherige Unglücksrabe Luan nun sein starkes Spiel auch in Punkte ummünzen konnte. In Runde 5 wurde es noch einmal spannend, weil (1) der Gegner SKJE uns theoretisch noch Platz 2 und damit die Qualifikation wegschnappen konnte und (2) wir auf Spitzenbrett Ove verzichten mussten, der seinen Flieger zur WM in Georgien erwischen musste (super, dass er überhaupt vier Runden spielte!). Für ihn kam Ray ins Team, der sich sofort als Edel-Joker erwies und die frühe Führung schoss. Christophe musste dafür eine Niederlage quittieren, während Eli Remis spielte. In dieser Situation war es an Luan, das nötige 2:2 und das Ticket zur Norddeutschen zu sichern. Bei ihm war auch nach knapp 90 Minuten erst eine Figur vom Brett, und da der Spielmodus ohne Inkrement lief, hielt er es ebenfalls für eine klügere Wahl, weitere Komplikationen zu vermeiden und das Remisangebot seines Gegners anzunehmen. Damit stand die Vizemeisterschaft fest und wir können uns nun zum vierten Mal in Folge auf eine Reise im September nach Magdeburg zur Norddeutschen Vereinsmeisterschaft freuen! Der verpassten Großchance am Vortag trauern wir natürlich trotzdem noch etwas nach, aber das gezeigte spielerische Level lässt hoffen, dass in der Zukunft vielleicht doch mal Platz 1 drin ist.
Alle Ergebnisse gibt es hier: https://ergebnisdienst.hsjb.de/index.php/ergebnisdienst?view=rangliste&saison=4&liga=57
(Ingke Braren und Jan Peter Schmidt)
