KSH I (Oberliga Nord Nord)

Klare Niederlage gegen Preetz

Stark ersatzgeschwächt ging KSH 1 gegen die gut aufgestellten Preetzer 1,5:6,5 unter.

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Gegen Schachfreunde reißt die Serie

Konnten wir gegen diesen Gegner in der Vergangenheit oft wichtige Punkte holen, ging dieses Mal zu viel schief. Hauke Reddmann berichtet  gewohnt launig

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Zwei Mannschaftspunkte in Schwerin

Ein herrlicher sonniger Sonntag, was gibt es Schöneres, als einen gepflegten Ausflug nach Schwerin zu unternehmen, und ein paar Klötzchen zu schieben? OK, bevor nun eine lange Liste von Dingen folgt, hier der Bericht:
Die Anfahrt gestaltete sich mit kleineren Hindernissen. Trotz Fahrräder und Wecker, die nicht ganz ordnungsgemäß zu funktionieren schienen, rollten zwei gutgelaunte Autos von Hamburg bzw. eines von Berlin nach Schwerin. Der dicke JP (= IM Jakob Pfreundt) war schon einen Tag vorher mit der Bahn angereist und hatte sich Schwerin einmal näher angeschaut. (Es soll recht nett sein, und definitiv netter als nur die Stadtwerks-Kantine von innen).
Mit leichter Mannschaftsführer-Verspätung, aber ohne Folgen, trudelten alle etwa 10 vor 11 ein. Erster Eindruck, das Spiellokal hat im Vergleich zu den Jahren davor einen „Downgrade“ erfahren: Es gab weder Kaffee noch einen Analyseraum. Besonders der Kaffee wurde schmerzlichst vermisst. Petzi (= 1. Vorsitzender = „dünner JP“) fragte auch sogleich nach ein paar zu erwerbenden Snacks (er war „blank“ angereist) und wurde ebenfalls enttäuscht. Zum Glück hatte Jule ein paar Körner und Nüsse übrig, so dass alle dem Kampf über durchgefüttert werden könnten.
Auf den Brettern ergab sich zunächst zu Beginn ein für uns vielversprechender Kampf (Partien wie immer unten zum Nachspielen). Jakob hatte es mit Weiß an Brett 1 mit dem (eingeflogenen) schwedischen GM Brynell zu tun und erlangte in einer Französisch-Struktur leichten positionellen Vorteil, an zwei gab es das immergrüne Duell zwischen Jule und Karsten Schulz, was typischerweise in ein 15zügiges Remis in der Doppelfianchetto-Abtausch-Variante mündet (was die beiden schon x-mal gegeneinander auf dem Brett hatten). Danach sah es diesmal nicht aus, Jule hatte leichte dynamische Vorteile bei sehr komplexer Stellung. An Brett 3 wurde bei Ilja mit Weiß schnell ein scharfer Sizilianer (wohl eher eine Modern Defense, Anm. d. Red.) mit wilder Stellung aufs Brett gebracht, wobei der Gegner mit Schwarz seinen Aufbau recht aggressiv interpretierte. Petzi mit Schwarz an Brett 4 hatte vom Gefühl her sofort einen soliden Bauern mehr (evtl. nicht richtig aufgebaut?), jedenfalls war dies vom ersten Zuschauen bis zum Ende der Partie der Fall. An Brett 5 gab es bei Max mit Weiß ebenfalls einen wilden Sizilianer mit unterschiedlichen Rochaden und komplexem Spiel, im Grunde eine Max-Stellung. Friedrich an Brett 6 hatte mit Schwarz dagegen eine typische solide Friedrich-Stellung aus dem abgelehnten Damengambit mit c6 (gemeint wohl Slawisch, Anm. der Red.). An Brett 7 hatte ich mich mit Weiß in einem Skandinavier verheddert und stand schnell schlechter bei hohem Zeitverbrauch. An Brett 8 kam bei Eugen mit Schwaz die Vorbereitung aus den letzten Runden aufs Brett, das französische Vierspringerspiel, wobei es für Schwarz schnell recht gut lief, aber mit komplizierter Stellung.
Als erster war ich an Brett 7 fertig, ich konnte mich nach misshandelter Eröffnung herauswinden und in ein ausgeglichenes Endspiel abwickeln, folgerichtiges Remis, wäre bei knapper Zeit sonst noch nervenaufreibend geworden. Bald darauf war Friedrich fertig, seine solide Festung wurde unliebsam geknackt, und unter Bauern- bzw. Turmopfer am Damenflügel wurde eine Umwandlungskombi ausgepackt, mit Aufgabe kurz danach. Die Partie von Jule war sehr spannend und nach einem Qualitätsopfer sah sein Angriff trotz reduziertem Material recht vielversprechend aus. Dies stieß aber auf eine umsichtige Verteidigung und nach Rückopfer blieb eine ausgeglichenes Dame-Läufer- gegen Dame-Springer-Endspiel übrig. Spannend, Partie wurde remis, auch die nachfolgende Analyse ließ keinen eindeutigen Gewinn erkennen, entlockte K. Schulz aber das folgende Statement: „Das Remis heute, war spannender als alle anderen Remis davor zusammen“. Ilja hatte die Stellung vermutlich einfach besser verstanden als sein Gegner, ganz klar war mir das alles nicht, wenn Schwarz schnell Gegenspiel am Damenflügel aufzieht, aber so spielten beide „überall“, die Stellung wurde geöffnet und der schwarze König nach sehenswerter Jagd auf offenem Feld erlegt. Somit stand ein 2-2 auf dem Papier. Die restlichen Stellungen sahen aber alle recht vielversprechend aus. Bei Eugen an 8 mündete die Partie leistungsgerecht in einem Dauerschach (auch wenn er ein paar Züge vorher einmal kurz auf Verlust stand). Als nächsten schaffte es Petzi dann den Mehrbauern nach Hause zu bringen, von außen sah das nach einem sauberen Start-Ziel-Sieg aus. Die Nüsse von Jule haben gereicht. Somit stand es 3,5-2,5 und bei Max und JP ging es in die 6. Stunde. JP hatte an 1 eine schöne Knet-Stellung mit kleinem, aber dauerhaften Positionsvorteil. Nach einer galanten Abwicklung in ein Springerendspiel mit Mehrbauer sah es zunächst nach einem Sieg aus. Jedoch packte Brynell eine studienartige Möglichkeit aus, den Springer gegen drei Bauern zu geben, so dass danach schnell die Hände geschüttelt wurden. Lief nur noch die Krimi-Partie bei Max, ein Remis reichte. Schwer einzuschätzen, wer hier noch wieviel Kraft übrig hatte. Max bot mannschaftsdienlich Remis, in einer von außen betrachtet Gewinnstellung mit Mehrfigur gegen zwei Freibauern, das allerdings abgelehnt wurde. Die Freibauern liefen weiter, Remis-Kombis wurden liegen gelassen, neue Damen wurden geholt, bei Max eine, beim Gegner auch zwei, objektiv vermutlich bis 2 Züge vor Ende alles remis, und bums, ein falsches Schach, und Max hat gewonnen. Yeah, das 5-3 ist eingetütet. Alles in allem ein angemessenes Ergebnis für die Partien auf den Brettern.
Mit 7-3 Mannschaftspunkten liegen wir momentan auf einem sehr guten 4. Platz in der Tabelle, und von Abstieg kann keine Rede sein.

(Jörg Lampe)

Zusätzlich berichtet Ilja Rosmann per Video über den Kampf – eine Königsspringer-Premiere!

Teil 1 (Bretter 5-8):

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Teil 2 (Bretter 1-4):

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Alle Ergebnisse und Tabelle gibt es hier:

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Auswärtsheimsieg

Die 7. Runde (unser 5. Kampf, aber erst der 4., für den es Punkte gibt? -> Ja Corona und Rückzüge sind echt verwirrend) bescherte uns ein Auswärtsspiel beim HSK. Da dort zeitgleich die Frauenbundesliga spielte, stellten wir gerne unser Klubheim für ein Auswärtsheimspiel zur Verfügung, auch wenn mit Ilja und Laxxmann gleich 2 Spieler lieber beim HSK gespielt hätten.

Ilja war es dann auch, der zwar in Berlin noch den richtigen Zug erwischte, nach ein paar dick geschmierten Laxxmann-Brötchen jedoch in der Eröffnung dann doch recht schnell eher auf eher fragwürdigen Französisch-Gleisen unterwegs war. Ich habe die Partie nicht so recht verstanden, aber es sah irgendwie nach einer Klatsche aus. Zum Glück konnte im Gegenzug Andrei weiter an seinem „How to win with the Closed Sicilian“ -Buch arbeiten und den gegnerischen MF nach 20 Zügen vom Brett fegen. Laxxmann spielt Abtauschfranzösisch und es gab ein schnelles Remis.

An den restlichen Brettern entwickelte sich ein sehr spannender Kampf, am unspannendsten war wohl noch die Partie von Max. Er geriet nach Zugfolgentrickserei in der Eröffnung etwas unter Druck, aber die Kombi, die ihm eine etwas unkoordinierte Stellung bescherte, erwies sich doch als harmlos und er konnte sicher remisieren. 2:2. Jörg spielte stets interessant, genau wie sein Gegner, die Engine sprang hin und her, so eine Partie endet am Ende natürlich mit einem Remis! Eugen stand die ganze Zeit dick, ließ den Gegner aber mehr und mehr etwas entkommen, in besserer Stellung überschritt er dann leider die Zeit. Kurioserweise war er damit nicht allein. Der Schreiber dieser Zeilen wählte ausnahmsweise Französisch und stand die ganze Partie unter Druck. Als es schon fast hinüber war, kam es zu beidseitiger Zeitnot und das Blatt schien sich zu wenden. Mit 4 Minuten auf der Uhr wurde bis auf die letzten 2 Sekunden die gesamte Bedenkzeit verbraten, der vermutete (und vorhandene) Gewinn jedoch nicht gefunden. Die richtige Antwort des Gegners kam und ich begann zu schwitzen, was wohl zu tun sei. Ins Remis abwickeln oder weiter auf Gewinn spielen? Der Schiri beendete zu meiner Überraschung abrupt meine Gedanken, indem er die Uhr anhielt und auf das gefallene Plättchen meines Gegners verwies. Puuh.

3,5:3,5, wer spielt denn überhaupt noch? Achja, wir verzichteten diesmal auf den nicht ganz so dicken JP (Anm. der Redaktion: Gemeint ist der 1. Vorsitzende) und traten dafür mit unserem Spitzenbrett an, welches MVL jeden Tag etwas ähnlicher sieht.

Jakob machte von Beginn an ordentlich Druck und stand für mein Empfinden auf Gewinn, sein Gegner konnte sich aber irgendwie noch in ein Turmendspiel mit einem Bauern gegen 2 verbundene Freibauern retten. Von den Zuschauenden vermochte niemand zu sagen, ob dieses Endspiel gewinnt, es schwankte wohl auch öfter mal hin und her, aber am Ende konnte Jakob den Siegtreffer erzielen. Stark! Mit 5 Mannschaftspunkten herrscht nun erstmal eitel Sonnenschein, aber es wird gemunkelt, dass ein Abstieg noch möglich ist. Weiter geht es schon bald in Schwerin!

(Julian Zimmermann)

Alle Ergebnisse und Tabelle gibt es hier: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olnn&runde=6

Hier die Partien zum Nachspielen:

Königsspringer 1 zurück in der Erfolgsspur

Gegen die klar favorisierten Lübecker konnte unsere 1. Mannschaft einen überraschend deutlichen 5,5:2,5-Sieg einfahren! Einen launigen Bericht von Schiedsrichter Hauke Reddmann gibt es hier zu lesen: hamburger-schachverband.de

Update: Ausführlicher Bericht mit Diagrammen von Ilja Rosmann

Oberliga – Bericht über die 6. Runde OLNN

Alle Ergebnisse und Tabelle gibt es hier: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=olnn&runde=6

Hier die Partien zum Nachspielen:

Verrutschter Läuferzug kostet KSH 1 den Mannschaftspunkt gegen Kiel

Bei unserem Auswärtskampf gegen die starke und frisch fusionierte Mannschaft von Doppelbauer Turm Kiel ging von Anfang an einiges schief. Kurzfristig fielen Eugen und Friedrich krankheitsbedingt aus. Die am gleichen Tag spielende 2. Mannschaft gab uns freundlicherweise Marcus Möhrmann ab, noch einen zweiten Spieler wollten wir ihr aber nicht abziehen. So traten wir also nur zu siebt an.

Ich selbst sorgte dafür, dass wir schon bei der Anfahrt etwas unter Zeitdruck gerieten, weil ich verkannt hatte, dass man für den Weg von Winterhude nach Hagenbecks Tierpark mit dem Fahrrad leider doch mehr als 10 Minuten braucht. Unser Mannschaftsführer Jule, der kürzlich in die Kategorie der Fahrer aufgestiegen ist, steuerte uns aber trotzdem sicher und rechtzeitig ans Ziel. Auf der Fahrt wurde noch durch Mehrheitsbeschluss die Aufstellung so geändert, dass ich statt an Brett 3 mit Weiß an Brett 4 mit Schwarz spielte (und Max dafür an Brett 5 mit Weiß), womit meine 30-minütige, weltklasseverdächtige Vorbereitung vom Vorabend leider den Bach runter war. Ich war von der Aufstellungsentscheidung wenig überzeugt, hatte aber durch mein Zuspätkommen meine Verhandlungsposition zu stark geschwächt.

In Kiel angekommen, stellten wir fest, dass bei den Gegnern einige der vorderen Bretter fehlten, sodass wir nicht von vornherein chancenlos waren. Ein erstes Ergebnis gab es nach weniger als einer Stunde an meinem Brett zu vermelden: Mein Gegner hatte seinen Trompovsky schwungvoll vorgetragen, bot mir dann nach seinem 11. Zug aber plötzlich Remis an. Ich wusste natürlich, dass angesichts unseres Rückstands eigentlich Weiterspielen angesagt war, und bekam auch entsprechende Order von unserem Captain. Doch je länger ich meine Stellung anschaute, desto weniger gefiel sie mir. Offenbar hatte ich es geschafft, in meine wenigen eigenen Züge nach Verlassen der Theorie gleich mehrere Ungenauigkeiten einzubauen. So nahm ich schließlich an, woraufhin mein Gegner prompt anmerkte, dass sein Remisangebot ein großer Fehler war (Partien wie üblich unten zum Nachspielen). Anderen Mitgliedern unseres Vereins wird zum Thema „Kurzremis in Kiel“ bestimmt noch eine andere Geschichte einfallen (Hinweis: Jochen Cremer war beteiligt).

Die nächste Zeit sah es nach einer klaren Niederlage für uns aus, weil wir an einigen Brettern klar unter Druck waren und nirgendwo ein Sieg in Sicht war. Marcus an Brett 8 hatte früh einen Bauern gegeben, dafür im Endspiel aber einige Aktivität bekommen. Sein Gegner verteidigte sich aber sehr umsichtig, und nachdem Marcus zwischendurch wohl eine gute Chance verpasst hatte, musste er sich schlussendlich beugen. Dafür gelang es Andrei an Brett 7, in einer wilden Partie, die hin und herschwankte, den vollen Punkt zu machen. Nachdem er einen Bauern verloren hatte, gab Andrei mutig weiteres Material für aktives Spiel und konnte seinen Gegner schließlich mit einer hübschen kleinen Kombination niederstrecken (36. Sg6+).

Weitere erfreuliche Entwicklungen waren von Brett 2 zu melden. Hier hatte Jule als Schwarzer gegen Mads Boe (die Paarung Mads Boe – Max Bo fiel leider aus) mit dem Willy-Aufbau zu tun (in Fachkreisen zu Unrecht auch „Londoner System“ genannt). Jule konnte aber dank der Jakob-Pfreundt-Variante schnell die Initiative übernehmen und später einen Bauern gewinnen. In komplizierter Stellung bei beiderseits knapper Zeit fand Jule sich besser zurecht als Gegner und konnte schließlich einen schönen Sieg verbuchen (wobei Siege gegen den Willy-Aufbau eigentlich schon per se schön sind). Mannschaftsführer, Fahrer und Punktelieferant in einer Person, was will man mehr! Nun schien beim Stand von 2,5:2,5 plötzlich doch ein Mannschaftspunkt in greifbarer Nähe!

Ein Drama spielte sich derweil an Brett 8 ab. Jörg hatte seinen geliebten Sweschnikov aufs Brett bekommen und beide Gegner spulten bis weit in das Mittelspiel hinein die Theorie ab. Zwei verbundenen weißen Freibauern am Damenflügel stand eine schwarze Bauernwalze im Zentrum gegenüber. Beide Spieler gingen mit offenem Visier zu Werke, sodass sich eine messerscharfe Stellung ergab, in der für beide Seiten der kleinste Fehltritt das sofortige Ende bedeuten würde. In beiderseitiger hochgradiger Zeitnot behielt Jörg zunächst den besseren Überblick und erreichte eine Gewinnstellung. Dann aber ereignete sich einer dieser bitteren Momente im Schach: Jörg sah, dass er in der folgenden Stellungen mit verschiedenen Läuferzügen auf der Diagonale h8-a1 gewinnen konnte (Lf6, Le5 und Lc3), wählte aber mit d4 genau das eine Feld, das nicht funktionierte.

(Es folgte Dxd4 – mit Schach, sodass Schwarz für das geplante Dg1 matt keine Zeit hat). Mit einem einzigen Zug verwandelte er also den Gewinn in einen Verlust. Wirklich tragisch, besonders nach der starken Leistung die Züge davor.

Mit der Niederlage an Brett 8 war der Kampf so gut wie entschieden, da nicht zu sehen war, wie wir aus den beiden noch laufenden Partien noch 1,5 Punkte holen sollten. Jakob hatte an Brett 1 mit Weiß versucht, positionelles Druckspiel aufzubauen, aber sein junger Gegner, der Jakob letzte Saison schon besiegt hatte, wusste sehr genau was zu tun ist und übernahm langsam die Initiative. Irgendwo verpasste Jakob den Moment, das Gleichgewicht zu halten, und musste sich dem präzisem Spiel des Schwarzen schließlich geschlagen geben. Damit konnte auch Max an Brett 4 seine Gewinnversuche einstellen. Er hatte die ganze Partie über eine leichte Initiative, konnte seinem Skandinavisch spielenden Gegner letztlich aber keine ernsthaften Probleme bereiten. Der „alte“ Max hätte an irgendeiner Stelle vielleicht überrissen, der „neue“ Max setzte lieber auf Solidität.

Am Ende mussten wir also die erwartete, aber letztlich doch etwas unglückliche erste Saisonniederlage einstecken. Wir können immerhin die ermutigende Erkenntnis mitnehmen, dass mit gutem Spiel und dem nötigen Glück auch gegen die stärkeren Teams etwas drin ist.

(Jan Peter Schmidt)

Kampftag am Riekbornweg – KSH 1 weiterhin ungeschlagen

Kampftag am Riekbornweg, ja der Name Kampftag war voll verdient. Aber der Reihenfolge nach, an 1 war Jakob deutlicher Favorit und konnte dies auch zeigen, vom Nebenbrett aus beobachtet war er immer am Drücker und gewann recht mühelos (Partien zum Nachspielen am Ende des Berichts). Meine Wenigkeit mixte ein paar Ideen durcheinander, was Ilja überhaupt nicht gefiel, ein Skandinavisch-Endspiel ohne Damen? Das ist doch viel zu solide! Er mag ja recht haben, trotzdem stand ich nach 25 Zügen auf Gewinn. Leider war ich zu blind und fand ihn nicht, stattdessen spielte ich eine Kombi die im ersten Zug schon nicht ging und verlor.

Ilja konnte in der Eröffnung ausgleichen, aber auch nicht mehr: Remis.

Max hatte irgendwie etwas Vorteil in einer komplizierten Partie aber dieser verflüchtigte sich nach und nach: Remis

Andreis Partie sah irgendwie komisch aus, dann wurde schnell viel getauscht und Remis vereinbart. Jörg hatte einen kleinen Vorteil spielte dann aber ungenau und verlor durch einen kleinen Fopp einen Bauern, das Endspiel wurde noch ewig geknetet, war aber wohl durchgehend Remis.

Diese 6 Bretter waren schnell erzählt, blieben noch Eugen und Friedrich. Beim Stand von 3:3 hatte Friedrich in ausgeglichener Stellung ein Remisangebot. Da der MF irgendwie befürchtete, Eugen könnte verlieren (die Stellung war messerscharf und unklar), sollte das Angebot abgelehnt werden, da ja nicht viel passieren konnte in der Stellung. So dachte jedenfalls der MF und wurde schnell eines Besseren belehrt. Friedrich verlor einen wichtigen Bauern und verpasste die Gelegenheit, sich um Gegenspiel zu kümmern, stattdessen wickelte er in ein völlig verlorenes Turmendspiel ab. Bei Eugen ging es hin und her, er hatte starke Initiative und es roch nach Matt. In klar besserer Stellung zog er leider seinen König aufs falsche Feld, so dass ein Freibauer auf c6 mit Schach flöten ging und aus der Gewinnstellung (?!) eine schlechte Stellung wurde. Matt ging nicht mehr und Eugen musste ins Turmendspiel mit 2 Bauern weniger gehen. Alles verloren? Denkste! Eugens Gegner spielte unpräzise und die Stellung konnte noch ins Remis gerettet werden. Noch krasser war das Endspiel bei Friedrich, hier waren für den erfahrenen Gegner eine Reihe von Gewinnwegen möglich und auch seiner war sicherlich korrekt. Auf einmal ließ er jedoch zu, dass Friedrich einen Freibauern bekam, um den er sich kümmern musste. Einige Bauentäusche waren die Folge, und auch diese Stellung war auf einmal Remis so, dass wir nach über 6 Stunden Kampfzeit  doch noch mit einem 4:4 davonkamen.

(Julian Zimmermann)

KSH 1 startet mit Sieg in die neue Saison!

Am Sonntag ging es auswärts gegen die Aufsteiger von Tura Harksheide. Für einen Aufsteiger war der Kader der Gegner ziemlich beeindruckend, zudem mussten wir auf Jakob und Petzi verzichten. Vor Ort angekommen konnten wir allerdings feststellen, dass auch die Gegner nicht optimal aufgestellt waren. Die Kopylovs waren auf ein Open gefahren und die frisch gebacken WGM Julia Antolak musste sich noch von der Qualifikation für die Polnische Meisterschaft erholen, die sie mit 8 aus 9 gewonnen hatte!

Insgesamt waren wir leicht favorisiert, hatten allerdings auch einen deutlich höheren Altersdurchschnitt vorzuweisen als die vor allem aus Jugendspielern bestehende Mannschaft von Tura, die zudem noch mit zwei jungen WFMs, die aus Polen eingeflogen wurden, verstärkt war. Wir warten natürlich darauf, dass unser Nachwuchs das in den nächsten Jahren wieder korrigiert. Ich sollte zumindest mit 29 nicht mehr zu den jungen Spielern gehören.

Der Mannschaftskampf entwickelte sich erstmal recht gemächlich, alle kamen mehr oder weniger solide aus der Eröffnung, allerdings unter hohem Zeitverbrauch bei Markus und Jörg. Eugen spielte ein System mit frühem h7-h5-h4, über das ich mich vor ein paar Jahren noch lustig gemacht hätte, dass aber inzwischen vermutlich von AlphaZero bestätigt ist. Ich bekam es zu allseitiger großer Überraschung mal mit einer Variante zu tun, in der ich mich tatsächlich auskannte. Mein Gegner war zwar auch relativ gut vorbereitet, allerdings konnte ich ihn mit einer leichten Zugfolgeänderung verwirren. Kurz danach erzielte ich das 1 zu 0.

Erstmal sah alles gut aus. Ilja hatte einen Bauern mehr, allerdings in einer extrem komplexen Stellung. Jule stand gut, spielte allerdings etwas zu krampfhaft auf Gewinn anstatt abzutauschen und minimalen Vorteil zu konservieren. Friedrich hatte einen gedeckten Freibauern und vereinfachte schnell. Auch der Gegner hatte einen Freibauern, aber der war deutlich wackliger, mit einer leicht angreifbaren Basis. Markus stand okay, verbrauchte aber weiter viel Zeit, und die Gegnerin setzte seine eigene Waffe gegen ihn ein. Sie hatte keine Schwächen, stellte sich hinten rein und wartete darauf, dass er durchdreht oder ihm die Zeit ausgeht. Jörg hatte eine typische Sweschnikov-Stellung erreicht, war sich aber sehr unsicher, welchen Plan er wählen sollte. Eugen hatte weiter eine Eugen-Stellung. Jeder Bauer weniger ist eine halboffene Linie mehr und die h-Linie machte seiner Gegnerin zu schaffen. Andrei hatte leichten positionellen Vorteil und zog die Schlinge langsam enger.

Langsam nährte sich die Zeitnotphase und Markus ging seine in schwieriger Stellung leider aus (1 zu 1). Iljas Gegner schaffte den Befreiungsschlag und erreichte sogar ein leicht besseres Endspiel, das Ilja aber ohne Probleme Remis hielt (1,5 zu 1,5). Jule stand inzwischen im Endspiel deutlich schlechter, aber hier zeigt ein wahrer Endspielmästre natürlich erst seine wahre Qualität. Jörg musste leider ebenfalls seiner runtertickenden Uhr und den langsam vorrückenden Freibauern der Gegnerin Tribut zollen und verlor. Kurz darauf punktete allerdings Eugen für uns. Seine von der unkonventionellen Spielweise reichlich verwirrte Gegnerin hatte einen Durchbruch im Zentrum zugelassen, zusammen mit der immer noch schwachen h-Linie bedeutete das das Ende (2.5 zu 2.5). Starke Vorstellung von Eugen! Es ist zudem lobend zu erwähnen, dass Eugen vor der Runde für alle Brötchen holen war. Jule gewann nun sein schlechteres Endspiel, indem er einfach seinen Freibauern durchzog (3,5 zu 2,5). Friedrich, der schon seit langer Zeit leicht besser stand, hatte in ein Turmendspiel abgewickelt, das er sicher nach Hause brachte. Sein Sieg war eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdet. Andrei knetete noch ein bisschen, sein Gegner verteidigte aber sehr zäh, sodass Andrei irgendwann ins Remis einwilligen musste.

Mit diesem 5 zu 3 Sieg stehen wir nun erstmal auf dem ersten Tabellenplatz!

(Max Borgmeyer)

 

 

Abschlusstabelle in der Oberliga Nord Nord, Saison 2019-2021 

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp MP BP
1 SK Norderstedt 5 5 8 9 16 49
2 SF Schwerin 3 6 4 5 9 15 43½
3 Lübecker SV 5 6 2 4 5 6 9 13 40½
4 Hamburger SK III 4 5 7 9 9 39
5 SK Doppelbauer Turm Kiel 3 2 4 4 7 5 4 6 9 9 37½
6 Preetzer TSV 2 6 4 4 4 5 9 9 36½
7 SC Königsspringer Hamburg 3 4 1 4 4 5 9 9 32½
8 SC Diogenes 4 3 3 3 4 5 9 6 34½
9 Schachfreunde Hamburg 0 3 4 3 4 9 4 26
10 SV Diagonale Harburg ½ 2 1 2 3 3 9 0 21

Sämtliche Einzelergebnisse gibt es beim Bundesliga Ergebnisdienst.

Rückblick: Die längste Saison aller Zeiten – und eine der spannendsten obendrein

Am 15.8.2021 fand eine Saison ihr Ende, die fast zwei Jahre zuvor begonnen hatte. Schon aus diesem Grund wird sie in die Geschichte eingehen. Auch sportlich ging es aber äußerst turbulent zu – erfreulicherweise mit gutem Ende für uns.

Von Beginn an war klar, dass der Klassenerhalt kein Spaziergang werden würde. Dass wir die ersten beiden Runden gegen die Topteams aus Norderstedt und Schwerin antreten mussten und uns nach den standesgemäßen Niederlagen erstmal im Tabellenkeller wiederfanden, machte die Sache nicht gerade einfacher. Ab Runde 3 schalteten wir dann aber in den Eichhörnchen-Modus und sammelten stetig Punkte ein: mal einen, mal zwei, sodass wir langsam in der Tabelle nach oben kletterten.

Dass wir in entscheidenden Momenten Fortuna auf unserer Seite hatten, soll hier keineswegs verschwiegen werden. Unvergesslich ist beispielsweise, wie Julian Zimmermann und Max Borgmeyer gegen den HSK aus völligen Verluststellungen heraus 1,5 Punkte holten und Markus Langmann gegen Lübeck einzügig die Dame einstellte, sein Gegner sie aber nicht wegnahm (die das Brett umringenden Zuschauer hielten kollektiv die Luft an). Aber wie Capablanca schon sagte: „Der gute Spieler hat immer Glück.“ 😉 Zudem machten wir den Gegnern natürlich auch das eine oder andere Geschenk.

Als sieben Runden gespielt waren und wir mit sieben Punkten recht bequem auf einem Mittelplatz lagen, kam im Frühjahr 2020, genau wie in allen anderen Bereichen des Lebens, der große Corona-Einschnitt. Die Runden 8 und 9 wurden auf unbestimmte Zeit verschoben, und es war unklar, ob und wie die Saison jemals zu Ende gespielt werden würde. Wir plädierten schon früh dafür, die Saison entweder abzubrechen oder nach den gespielten sieben Runde zu werten, drangen damit bei den Verantwortlichen aber nicht durch. So entstand eine lange Phase der Unsicherheit.

Als kaum noch jemand damit gerechnet hatte, wurden die Runden 8 und 9 dann für Mitte August 2021 angesetzt. Hektisch begannen die Planungen: Wer ist überhaupt da und nicht im Urlaub? Wer ist schon doppelt geimpft? Welche hygienischen Auflagen gelten? Erlauben die Hamburger Vorschriften überhaupt, dass 16 Leute + Schiedsrichter sich in einem Raum aufhalten? Am Ende konnten die Fragen geklärt und mit Müh und Not genug Spieler gefunden werden. Dass aber beispielsweise die Schachfreunde Hamburg einen Kampf absagen mussten (und ihn somit 0:8 verloren) und Diogenes uns darum bat, ihren Heimkampf bei uns spielen zu dürfen, zeigt die Schwierigkeit der Lage.

Sportlich gesehen hatten wir unsere Schäfchen noch keineswegs im Trockenen, auch weil wir mit Kiel und Diogenes ausgerechnet noch gegen zwei direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt spielen mussten. Gegen die junge (und offenbar hungrige) Kieler Mannschaft in Runde 8 schien es denn auch, als müssten wir das bisher gehabte Glück mit Zins und Zinseszins zurückzahlen: Wir holten nur zwei magere Remisen und erlitten mit 1:7 die größte Niederlage der ganzen Saison. Indem wir damit auch unsere Brettpunktebilanz endgültig ruiniert hatten, sah es in puncto Klassenerhalt plötzlich duster aus. Schlussrundengegner Diogenes war klar im Aufwind, und wir würden nach der geplanten Aufstellung nicht nur ersatzgeschwächt, sondern auch lediglich zu siebt sein. Für großer Erleichterung sorgte dann allerdings die Nachricht, dass es aufgrund der Fusion von Turm Kiel und Doppelbauer Kiel nur zwei Absteiger geben würde und wir damit auf jeden Fall aus dem Schneider waren.

Nur „grünen Tisch“ gerettet zu werden, war natürlich trotzdem keine verlockende Aussicht, und so wollten wir gegen Diogenes wenigstens ein 4:4 zu holen. Der Schreiber dieser Zeilen ließ sich erweichen, doch am Sonntag um 11 Uhr im Clubheim zu erscheinen, obwohl er nur 1,5 Stunden Zeit hatte. Sein Bluff, nach Abschluss der Eröffnung mit Weiß Remis anzubieten, ging zum Glück auf, sodass ein früher Rückverstand vermieden werden konnte. Im Übrigen kämpften beide Teams so hart, als ginge es tatsächlich gegen den Abstieg. Siegen von Jörg Lampe und Marcus Möhrmann standen zwei Niederlagen gegenüber, sodass bei 3,5:3,5 alles von der Partie am Spitzenbrett abhing. Hier gelang Jakob Pfreundt schließlich ein äußerst feiner Endspielsieg gegen Markus Hochgräfe, was nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für die Mannschaft ein Happy End bedeutete.

Das wir mit 9 Punkten „nur“ auf Platz 7 landeten, zeigt, wie dicht das Feld einmal mehr war. Uns kann’s egal sein: Wir sind froh, dass die verkorkste Saison 2019-2021 nun endlich zu Ende ist und wir aus eigener Kraft den Klassenerhalt geschafft haben. In der kommenden Saison wird es aufs Neue gegen den Abstieg gehen – aber wann und in welcher Form es wieder an die Bretter geht, ist momentan noch völlig unklar.

(Jan Peter Schmidt)

Einzelergebnisse

    1 2 3 4 5 6 7 8 9
1 Pfreundt, Jakob ½ ½ ½ ½ 0 ½ ½ 0 1
2 Lamprecht, Frank
3 Zimmermann, Julian ½ 0 ½ 0 ½ ½
4 Rosmann, Ilja 0 1 ½ ½ 1 0 ½
5 Schmidt, Jan Peter, Dr. ½ 1 ½ ½ + ½ ½ ½
6 Dettmann, Steffen, Dr. 0
7 Borgmeyer, Max ½ ½ 0 1 ½ ½ ½ 0 ½
8 Wagner, Friedrich, Dr. ½ 0 1 ½ ½ 0
9 Langmann, Markus 0 ½ 1 ½
10 Lock, Adrian ½ ½ 1 0 0 0
11 Harder, Clemens 1 0
12 Lampe, Jörg, Dr. ½ ½ 1 ½ 1
13 Hloskovsky, Andrei, Dr. ½ ½ 0 0
14 Stanau, Guido
15 Möhrmann, Marcus 0 1
16 Cremer, Jochen 1
17 Pfreundt, Mathis
18 Khalaf, Ayman 0 0

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