KSH II (Stadtliga A)

Am 5.1.2023 war es so weit: Der Start der (hoffentlich) ersten regulären Saison nach Coronabeginn führte unser Team zum Auswärtskampf nach Eimsbüttel. Beide Mannschaften haben sich in ähnlicher Zusammenstellung in der Vergangenheit bereits in der Landesliga gegenübergestanden, so dass es ein Aufeinandertreffen vieler bekannter Gesichter war (Nostalgiealarm). Um es vorweg zu nehmen: Wir haben am Ende mit unglaublichen 7:1 gewonnen – so etwas hat unsere erste Mannschaft das letzte Mal vor Beginn der Internetaufzeichnungen geschafft, so dass man schon die Wolterschen Archive bemühen und in die Saison 1991/92 zurückgehen muss, um so ein Ergebnis zu finden! Auch damals haben bereits Marcus und Connie in der Mannschaft gespielt: Wohl ein Zeichen, dass es einfach auf die richtigen Leute im Team ankommt 🙂 
Doch zurück zum aktuellen Tagesgeschehen in diesem etwas antiklimatischen Bericht: Was war geschehen? Meine eigene Partie war vielleicht etwas symptomatisch, wie es an diesem Abend insgesamt gelaufen ist. Hierbei haben mein Gegner Markus Winter und ich ebenfalls schon einiges an Historie, da es uns in Begegnungen Union – Königsspringer schon einige Male zusammengeführt hat. Von meiner Seite aus schlechter aus der Eröffnung gekommen gibt es ein Wettrennen an zwei Flügeln, das ich verlieren sollte. Allerdings ist die Stellung komplex und voller aussichtsreicher Möglichkeiten: Nachdem Markus zwischenzeitlich nicht voll aufs Gas gedrückt hat, schlägt das Pendel plötzlich in die andere Richtung und ich habe das bessere Ende.
Auch an den anderen Brettern war nicht absehbar, dass wir am Ende zum ganzen Punkt ansetzen würden: Marcus kommt gegen Lutz Franke quasi im Blitztempo unter die Räder (wobei nur Lutz im Blitztempo unterwegs war, also auch noch schlechtere Zeit für Marcus) und mit Minusfigur sowie wenigen Foppchancen aus der Eröffnung. Während Shumon und Claus zwar angenehm starten, sind die Vorteile höchstens minimal. Claus hat einen Springer auf f5 geparkt, der Gegner auf f4: Anschließend werden beide Springer herausoperiert und die Partie geht weiter. Justus verliert im gefühltem Angriff eine Qualität, erhält sich allerdings einiges an Aktivität. Von Connies und Adrians Partien habe ich wenig mitbekommen, außer dass es immer solide aussieht. Marc kann einen Bauern einsammeln, wobei sein eigener Mehrbauer arg instabil aussieht: Konsequenterweise geht dieser zurück an den Gegner und es folgt alsbald die Punkteteilung.
Urplötzlich kippen neben meiner auch viele andere Partien: Connie gewinnt eine Figur und Adrian die Partie. Justus bekommt seine Qualität plus Mehrangriff zurück und verwandelt ebenfalls zum ganzen Punkt, während Marcus sich von seinem Nachteil nicht beeindrucken lässt und sich zum Remis durchzockt (kurzzeitig großes Wehklagen im Spielsaal). Shumon baut seinen Vorteil konsequent Stück für Stück aus und bringt die Stellung ebenfalls ins Ziel. Am Ende spielt nur noch Claus, dessen Stellung zwischenzeitlich etwas verflacht scheint. Aber nach einigen sehr feinen Zügen (Eigenanalyse) setzt sich Claus am Ende im Endspiel durch, so dass ein insgesamt etwas zu deutlicher Sieg gegen ein im Schnitt leicht stärkeres Team zu Buche steht. Ein 7:1 erlebt man auch nicht alle Tage! Wir nehmen es jedenfalls gerne mit und haben unser Saisonziel (jeden Kampf komplett antreten) zumindest in der ersten Runde noch nicht verfehlt. Beim Verlassen des Hamburg-Hauses treffen wir auf dem Heimweg noch Basti in Eimsbüttel. Das ist auf jeden Fall die Kirsche auf dem Sahnehäubchen eines gelungenen Abends.
Die erste Runde hat jedenfalls gezeigt, dass mit Hauen und Stechen in der Stadtliga quasi jedes Ergebnis erreichbar ist. Nun müssen wir nur schauen, dass das Pendel die nächsten Male nicht in die andere Richtung ausschlägt …

(Baldur Schroeter)