KSH III (Bezirksliga A)

Spannendes 4:4 in Runde 2

Am 10.06.22 stand die nominell zweite Runde in der Bezirksliga an. Wir mussten einen Auswärtskampf beim HSK 9 bestreiten.

Adrian war diese Runde gesperrt, dennoch bekam MF Shumon sehr schnell ein Team zusammen. Lediglich Mark musste am achten Brett wieder als Ersatzmann ran, aber das kennt er ja schon.

Um 19 Uhr wurde allerdings an den Brettern 5,6 und 7 noch nicht gespielt. An 5 und 7 fehlten die Spieler des HSK, während bei uns Tobi noch nicht da war.

Dennoch war keine dieser Partien die erste, die beendet sein sollte. Leider zog Florian im Zweispringerspiel im Nachzug die weißfeldrigen Läufer auf das falsche Feld, was direkt die Figur und Partie kostete. Bastians Gegner am fünften Brett kam mit etwa 25 minütiger Verspätung noch an, während an den Brettern 6 und 7 die Punkte kampflos vergeben wurden.

So stand es nach einer Stunde 2:1 für den HSK. An den Brettern sah es zu diesem Zeitpunkt noch gut aus. Ich hatte angenehmes Spiel und drohte, dass Schwarz im Sizilianer niemals zu d6 oder d5 kommen würde. Peter stand irgendwie passiv, aber noch war hier nichts los. Bei Shumon kam ein c3 Siz aufs Brett, allerdings entstand im Laufe der Partie ein schwarzer Doppelbauer im Zentrum, den ich nicht einzuordnen wusste. Basti spielte gegen Caro-Kann und schien sehr sauber gerechnet zu haben. Zumindest aber einen Halbzug weiter, als sein Gegner. Basti konnte einen Springer gegen verbundene a und b Bauern gewinnen. Bei Mark war zu diesem Zeitpunkt noch alles im Lot. Ich meine, dass er etwas weniger Raum am Königsflügel hatte, dennoch gab es keinen Grund zur Sorge.

In der dritten Stunde verfestigten sich einige Tendenzen. Ich konnte eine Qualität gewinnen, wobei das wohl nicht einmal die stärkste Fortsetzung gewesen ist. Peter übersah ein Schach mit Scheinopfer, was die Qualität kostete. Auch bei Shumon war irgendwie ein Bauer abhanden gekommen. Basti hingegen konnte einen Turm tauschen und die verbundenen Bauern seines Gegners auflösen, sodass er jetzt 2 isolierte Bauern für die Figur hatte. Hier zeichnete sich ein Punkt für uns ab. Mark hatte jetzt ebenfalls einen Bauern weniger, aber, laut eigener Aussage, angenehmes Spiel dafür.

Vor der Zeitkontrolle fielen die nächsten Entscheidungen. Peter kämpfte noch lange und versuche alles, seinen Gegner vor Probleme zu stellen. Leider spielte sein Gegner sehr genau und wich allen ausgelegten Fallstricken gekonnt aus. Gegen 22:30 Uhr gab Peter auf. Basti hingegen spielte seinen Vorteil weiterhin konsequent aus und gewann einen Bauern. Außerdem tauschte er eine weitere Figur. Als er auch noch das Umwandlungsfeld des gegnerischen Bauern kontrollieren konnte, gab sein Gegner auf. Der Zwischenstand von 2:3 machte Hoffnung auf zumindest einen Punkt. Mark hatte den Bauern inzwischen zurückbekommen und es entstand ein Endspiel mit Dame und Läufer bei jeweils 4 Bauern. Shumon hatte noch immer einen Bauern weniger und ging in ein Endspiel mit Springer gegen Läufer. Ich hatte inzwischen einen Bauern gewonnen und drohte weiteres Material abzutauschen. Kurz nach der Zeitkontrolle konnte ich den Ausgleich für uns besorgen.

Jetzt begann das Drama. Shumon stelle seinen Springer kurz vor der Zeitkontrolle etwas ungünstig in die Ecke und es war nicht klar, wie er das Endspiel halten sollte. Bei Mark hatte sich ein Bauer getauscht und ein Remis war wahrscheinlich. Sein einziger Trumpf war der entfernte b-Bauer, aber bei schwindender Bedenkzeit war das alles andere als eine sichere Bank. Leider konnte Shumon seine Stellung nicht halten und gab gegen 23:45 die Partie zurecht verloren. Jetzt musste Mark es richten. Natürlich wurde das Angebot zur Punkteteilung abgelehnt und gezockt. Mit etwas weniger als 3 Minuten auf der Uhr hatte er die Chance, einen Bauern zu gewinnen, stellte aber den Läufer ein, da selbiger nicht gedeckt war. Seine Gegnerin hatte ebenfalls weniger als 3 Minuten auf der Uhr und tauschte einen Bauern ab, statt die Figur zu gewinnen. Nach einigen Schachs waren die Damen vom Brett verschwunden und Mark konnte, dank seines Freibauers und seines aktiveren Königs, die Partie doch noch gewinnen.

Das 4 zu 4 fühlt sich daher eher wie ein Sieg an.

(Marco Hansen)

 

Runde 2

Hamburger SK IX    4 - 4  Königsspringer III
 81  Foo,T.        0 : 1  Hanssen,M.    22 
 82  Avdic,F.      1 : 0  Knops,P.      23 
 84  Malchereck,Z  1 : 0  Akram,S.      24 
 85  Ahrens,O.     1 : 0  Bongartz,F.   25 
 86  Reyes-Mantil  0 : 1  Samm,B.       26 
 87  Dorendorf,M.  + : -  Götze,T.      27 
 88  Craveiro,D.   - : +  Lenz,F.       28 
326  Meyer,B.      0 : 1  Kipke,M.      34 
Platz/Mannschaft DWZ Ø 1 2 3 4 5 6 B.Pkte M.Pkte
 1. NTSV 1805 (2.) 24.06. 6 18 6
 2. Koenigsspringer III 1829 (1.) 01.07. 6 4 14½ 5
 3. SKJE III 1784 (3.) 01.07. 5 13 4
 4. Langenhorn 1729 (4.) ½ 2 17.06. 7 2
 5. Hamburger SK IX 1656 (6.) 24.06. 4 3 10½ 1
 6. Sternschanze 1686 (5.) 2 17.06. 9 0
© Hamburger Schachverband e.V.

Runde 1, 13.5.2022

Auftakt nach Maß

Da ich in unserer letzten Runde, also der dritten (es ist ja alles kompliziert dieses Jahr), leider nicht dabei sein konnte, blickte ich freudig der ersten Runde gegen Langenhorn entgegen. Dem Heimkampf wohnten unter anderem mit Justus, Claus, Max, Baldur und Julian zahlreiche hochkarätige Zuschauer unserer ersten beiden Mannschaften bei, unter deren kritischen Blicken sich pünktlich um sieben Uhr an acht vollständig besetzten Brettern teils wilde Partien entsponnen. Dass wir vollständig sein würden, stand am Spieltag um 15 Uhr noch nicht fest, da es eine spontane verletzungsbedingte Absage gab. Zum Glück können wir, was Ersatzspieler angeht, unter anderem aus zwei Kreisligen und der Reserveliste schöpfen, sodass, obwohl wir krankheits- und urlaubsbedingt nur mit vier Stammspielern antraten, an DWZ-Schnitt nicht viel eingebüßt haben. Die Ersatzbank hat, wie schon in der letzten Runde, dann auch noch herausragend gepunktet, dazu aber später mehr. Neben den oben genannten waren noch viele weitere Zuschauer anwesend, sodass sich neben dem Kampf auch ein lauschiger Vereinsabend entwickelte.

Die ersten zwei Stunden des Kampfes verliefen, ohne dass sich an irgendeinem Brett größerer Vorteil abzeichnete. Dennoch gab es vereinzelt Tendenzen. Mein Gegner nahm sich im c3-Siz früh relativ viel Zeit, sodass ich die für mich teils überraschenden Eröffnungen an den übrigen Brettern bestaunen konnte. Währen Adrian sich in einer Französisch-Partie ebenfalls einen komfortablen Zeitpuffer erarbeiten konnte, sah es bei Florian, der sich gegen 1. d4 mit einem Aufbau, von dem ich keine Ahnung habe, wehrte, auf der Uhr andersherum aus. Finn schien angenehmes Spiel mit seinem geschlossenen Siz zu bekommen und Mark spielte einen dynamischen Paulsen mit beidseitigen Chancen. An Brett sechs versuchte Werner, der dankenswerterweise spontan eingesprungen war, mit einem lehrbuchmäßigen Colle-System seinen Gegner aus der Reserve zu locken. An Brett sieben hingegen war für uns schon einiges schief gelaufen. In Kevins Modern-Verteidigung war der Bauer auf f7 in einer taktischen Verwicklung früh verloren gegangen und wir konnten uns glücklich schätzen, dass sein Gegner mehr wollte und den Turm auf h8 daher stehen ließ. Am letzten Brett nahm sich Jan viel Zeit, um mit einer Art königsindischem Angriff an die schwarze Pforte zu klopfen. Bis auf die Stellung von Kevin war ich mit unserer Position zu diesem Zeitpunkt schon recht zufrieden.

In der nächsten Stunde kam dann richtig Bewegung in den Kampf. Zunächst konnte Finn den schwarzen Läufer in der Brettmitte mit seinen Bauern fangen und wenig später die Partie gewinnen. Werners Gegner rochierte aus Sorge um seinen König lang, was jedoch zu noch mehr Gefahr und einem durchschlagenden weißen Angriff auf der a-Linie führte. Nachdem Kevin durch einen Turmspieß die gegnerische Dame gewinnen konnte, war selbst diese trostlose Stellung zu unseren Gunsten gekippt. Aufgrund dieser Entwicklungen entschloss ich mich, in meiner Angriffspartie, die beiderseits eher durch halbgare Ideen statt durch bestechende Präzision gekennzeichnet war, das Dauerschach zu forcieren. Mit einem Zwischenstand von 3,5 zu 0,5 sah es weiterhin sehr gut für uns aus. Florian musste sich allerdings mit wenig Zeit und eingeengten Figuren gegen den sich erweiternden Raumvorteil seines Gegners wehren und auch Jan hatte nicht mehr viel auf der Uhr. Dafür hatte Mark irgendwie zwei Bauern gewonnen und die Damen getauscht, sodass ich hier von dem vorentscheidenden Sieg ausging. So ähnlich kam es dann auch. Florian musste leider die Waffen strecken, während Jan denkbar knapp die Zeitnot überstand und sich dann mit seinem Gegenüber auf Remis einigte. Marks Mehrbauern, die inzwischen im Turmendspiel zu Freibauern geworden waren, rollten unaufhaltsam zum Sieg. Als letztes spielte noch Adrian, dessen Stellung sich vor der Zeitkontrolle zu einem Doppelturmendspiel vereinfacht hatte. Ich habe nicht ganz mitbekommen wie, aber aus der sehr ausgeglichen anmutenden Stellung ist auch Adrian mit verbundenen Freibauern hervorgegangen, sodass um etwa halb zwölf das Endergebnis von 6:2 feststand. Ein souveräner Sieg mit 3,5 Punkten von der Ersatzbank und einem gut besuchten Vereinsabend. Was will man mehr?

(Shumon Akram)

Königsspringer III 6 - 2  Langenhorn
 21  Lock,A.       1 : 0  Weithart,M.    2 
 24  Akram,S.      ½ : ½  Schmidtke,P.   3 
 25  Bongartz,F.   0 : 1  Becker-Berta   4 
 28  Lenz,F.       1 : 0  Becker,R.      5 
 34  Kipke,M.      1 : 0  Neumann,U.     7 
 41  Stubbe,W.     1 : 0  Meyer,W.       8 
 61  Kipke,K.      1 : 0  Schoeberl,M.   9 
 62  Summers,J.    ½ : ½  Ghassemzadeh  12

Runde 3, 8.4.2022

Obwohl MF Shumon coronabedingt kurzfristig ausfiel, konnte die starke Mannschaft von Sternschanze nach spannendem Kampf mit 4,5:3,5 besiegt werden.

Königsspringer III 4½-3½  Sternschanze I
 21  Lock,A.       ½ : ½  Ravina,D.      1 
 22  Hanssen,M.    0 : 1  Hubert,C.      2 
 23  Knops,P.      1 : 0  Spät,A.        3 
 24  Akram,S.      - : +  Rühr,W.        5 
 27  Götze,T.      0 : 1  Kyeck,C.       6 
 28  Lenz,F.       1 : 0  Schneider,R.   9 
 34  Kipke,M.      1 : 0  Jakobs,M.     16 
 61  Kipke,K.      1 : 0  Eberle,F.     19